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Deferegger Heilwasser, Abfüllgebäude und Mythenzentrum

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Das neue – an der Bohrstelle des Deferegger Heilwassers entstandene - Gebäude dient als Schau- und Verkaufsraum, in dem die Geschichte vom Deferegger Heilwasser dargestellt wird und die Heilwasserprodukte verkauft werden.
Der künstlerische Leiter und Gestalter des Gebäudes am Kraftplatz Michael Lang erklärt: „Das Gebäude erfüllt mehrere Funktionen. Erstens dient es dazu, dass Wasser direkt an der Bohrung abzufüllen und damit die Ursprünglichkeit und die Heilkraft des Wassers zu erhalten. Zweitens ist die integrierte Tropfsteinhöhle ein besonderes Erlebnis für Besucher, in der sie den Bezug zu den Vorgängen im Erdinneren bekommen und drittens kann man das wertvolle Wasser an der Fundstelle auch direkt erwerben. Das Gebäude wurde in Verbindung mit dem Brunnen am Bohrplatz zu einem echten Wassererlebnis im Sinne eines Kraftplatzes, den man aus verschiedenen Perspektiven auf sich wirken lassen kann.“
„Die derzeitige Produktpallette reicht von „puren Heilwasser“ bis hin zu Wannenbädern, Salben und Shampoos. Für die Produktherstellung haben wir ein ISO zertifiziertes Qualitätssicherungssystem mit dem Ziel der Erlangung des international anerkannten CE Kennzeichens im Aufbau“, ergänzt der Geschäftsführer der Deferegger Heil- und Thermalwasser-GmbH Egon Kleinlercher. „Die Abfüllanlage im Inneren des Gebäudes bildet das Herzstück. Dort wird das wertvolle Deferegger Heilwasser direkt aus ca. 2.000 m Tiefe kommend in die Gebinde abgefüllt. Für den Besuch des Gebäudes wird ein Eintritt in Höhe von 10 € fällig. Der Gast erhält neben dem Erlebnis der besonderen Art auch eine Flasche des Heilwassers im Gegenwert von 9.98 €, von welchem der Legende nach ein Fingerhut so wertvoll ist wie Engelswein und Himmelsbalsam“, so Kleinlercher.
Der örtliche Arzt Dr. Ottokar Wiedemair wendet das Heilwasser bereits seit Jahren bei seinen Patienten an. „Ich habe das Wasser bei mehr als 150 Patienten mit verschiedensten Beschwerden anwendet. Das Wasser kam bei Hauterkrankungen, wie Schuppenflechte und Neurodermitis, bei orthopädischen und rheumatischen Erkrankungen aber auch bei akuten chronischen Entzündungen der Atemwege zum Einsatz und wir konnten zahlreiche Erfolge erzielen. Seit letztem Jahr gibt es dazu auch vom Land Tirol geförderte medizinische Untersuchungen welche von Prim. Prof. Lechleitner im Krankenhaus Lienz ausgewertet werden. „Die Rückmeldungen der Probanden, welche mit dem Wasser baden, sind durchwegs positiv. Wir konnten fast immer eine Verbesserung des Herz-Kreislauf-Systems feststellen. Die Untersuchungsergebnisse bestätigen somit die Überlieferungen. Ab sofort kann das Angebot der Wannenbäder mit Vor- und Nachuntersuchungen bei den Partnerbetrieben in der Tourismusregion in Anspruch genommen werden“, erklärt Dr. Wiedemair.
Der Bürgermeister der Gemeinde St. Jakob Mag. Gerhard Hauser freut sich, dass das Projekt, welches von der Wasser Tirol im Rahmen eines vom Land Tirol organisierten EU LEADER Projekts abgewickelt wurde, trotz eines straffen Terminplans nun erfolgreich zu Ende geht. „Die Gemeinde St. Jakob hat über einen Grundstückstausch mit dem öffentlichen Wassergut zusätzlichen Grund erworben, der der Defereggen Heil- und Thermalwasser-GmbH zur Verfügung gestellt wurde. Als Bürgermeister stehe ich voll und ganz hinter dem Projekt und freue mich, dass das schon seit langem notwendige Abfüllgebäude nun tatsächlich errichtet wurde“, so Hauser. In dem von der Gemeinde organisierten „Land-Art-Festivals“, haben Künstler aus Nord- und Osttirol den Rundwanderweg „Zum Erbe des Schnabelmenschen“ und den Bohrplatz gestaltet und die Handlungen des Mythosleitbildes dargestellt. Unser Ziel ist es, dass in Zusammenarbeit mit dem Nationalpark und dem Tourismusverband Osttirol Führungen gemacht werden. Es gab dazu bereits positive Gespräche mit der Spitze des Nationalparks und des TVB."
Dr. Ernst Fleischhacker von der FEN Sustain Systems GmbH erklärt: „Es braucht einen langen Atem um Ökonomie, Ökologie und Soziales so in Einklang zu bringen, dass der permanente Spannungsausgleich so funktioniert,  wie hier an der Fundstelle des Derferegger Heilwassers. Mit dem Bewusstsein diesen Zustand der Nachhaltigkeit  herstellen zu müssen,  bin ich seit der ersten Stunde in den verschiedensten Rollen für dieses Projekt tätig. Zunächst als Gutachter für das Land Tirol, das vor der Vergabe der Fördermittel wissen wollte, ob das damals geplante Bohrprojekt Potenzial hätte.  Ich habe damals das Bohr-Projekt St. Jakob deshalb positiv beurteilt, weil es hier eine Heilwasser- und Kurtradition gab und weil die hydrogeologischen Prognosen von Univ. Prof. Dr. Wolfram Mostler einen Bohrerfolg erwarten ließen. Tirol ist kein Thermenland.  Deshalb muss auf der Suche nach Thermalwasser - meist mit sehr viel Risiko - in geologische Störungszonen hinein gebohrt und gehofft werden, dass dabei eine wasserführende Schicht angetroffen wird.  So war es auch in St. Jakob. Die Bohrung blieb bei ca. 1.900 m – vorerst ohne direkt sichtbaren Erfolg – in der Störungszone stecken. Die ökonomisch schwierige Situation wurde auch von der Öffentlichkeit wahr genommen und mit der Zeitungsheadline „Millionengrab“  bedacht.  Deshalb stehe ich den Thermalbohrungen in Tirol sehr kritisch gegenüber. Ich habe aber damals auf Bitten der Gesellschaft und des Landes Tirol die unangenehme Aufgabe übernommen, der Bohrgesellschaft und dem Tal aus dem vermeintlihen „Bohrdesaster“ heraus zu helfen. Wie man sieht ist es schlussendlich unter Einbeziehung aller befreundeten Expeten und Kollegen mit vielen „Magenverstimmungen“ auch gelungen den Bohrerfolg in Form des sehr wertvollen Heilwassers sicher zu stellen. Auch ökologisch gesehen, war es für alle Beteiligten eine Herausforderung, in diesem Schwefelquellen-Biotop, Tamarisken- und Überschwemmungsbereich  derartige Eingriffe vorzunehmen. Jeder, der dieses Areal heute besucht, kann die Phantasie aufbringen, welche Dehnungsübungen hier die Gemeinde, die Grundbesitzer und die mit Ökologie, Raum- und Bauordnung befassten Behördenstellen im Sinne der Nachhaltigkeit machen mussten.
Die soziale Komponente war für mich als Projektentwickler immer die Wichtigste. Vom ersten Tag an war klar, dass die Bohrung nur ein Beitrag dazu sein kann, die wirtschaftliche und soziologische  Depression (Rückgang Tourismus und Abwanderung) zu stoppen und das Tal wieder in eine positive Entwicklungskurve zu bringen. Wenn wir heute die Kommentare meiner Kollegen aus der Region hier hören, dann denke ich, dass man den Umschwung schon in leisen Tönen heraus hören kann.  Ich kann den Aktueren des Tales jedenfalls bescheinigen, dass man die Herausforderung des ständigen und kultivierten Ausgleiches der sozialen-ökologischen und ökonomischen Interessen angenommen hat“.

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Hinweis: Die Heilwasser-Produkte sind ab sofort im Onlineshop unter www.heilwasserquelle.at sowie in der Tauernapotheke in Matrei oder vor Ort im Abfüllgebäude erhältlich. 

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Osttirol heute 14.7.2015
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journal, das Osttiroler Monatsmagazin
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Tiroler Krone 14.7.2015
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