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Hydrogen Mobility in the Green Corridor Project to advance Technology Competition in Central Europe

Als Strategie-, Projekt- und Produktentwickler ist fen-systems in verschiedenste Problemlösungsprozesse der nachhaltigen Entwicklung von Regionen involviert und begleitet  mit dem methodischen Problemlösungsansatz u.a. auch das Land Tirol beim Umbau des Energiesystems in Blickrichtung auf die Zielsetzung Tirol bis zum Jahr 2050 energieautonom zu machen. Für den damit verbundenen Umbau des Energiesystems können mittlerweile auch bereits serienreife Wasserstofftechnologien eingesetzt werden.
Die zentrale Herausforderung beim Umbau des Tiroler Mobilitätssystems ist beispielsweise die Umstellung von Europas höchst belasteter Transitroute (Brenner Route) auf Elektromobilität. Ein Teil der Problemlösung wird der im Bau befindliche Brenner Basistunnel sein. Dieser soll ab dem Jahr 2050 den Schwerverkehr auf elekto-mobiler Basis verschlucken.  Der zweite Teil der Problemlösung könnte die von fen-systems zusammen mit dem IIT Bozen betriebene „Wasserstoffautobahn“ im - vom ehemaligen EU Verkehrskommissar Karel Van Miert gegründeten - „Green Corridor“ von München bis Carpi werden. Dieses Projekt wurde am 19. März 2015 - also am Tag des Spatenstiches für die Hauptröhre des Brenner-Basistunnels - der EU-Kommissarin Violeta Bulc vorgestellt.
Seit Mai 2015 können die ersten Wasserstoff-Elektrofahrzeuge aus der weltweit ersten Serie des Typs Hyundai ix35 FCEV diese Autobahn von München bis Verona befahren und an den ersten H2-Tankstellen in München, Innsbruck und Bozen betankt werden. Dieses Projekt ist der erste Umsetzungsschritt der im Tiroler Regierungsprogramm 2013 bis 2018 verankerten Wasserstoff-Strategie. Diese sieht bereits „die Unterstützung von Projekten zur lokalen Selbstverwertung von Strom mittels Wasserstofferzeugungsanlagen, tageszeitliche Zwischenspeicherung des Stroms in Wasserstoff-Smart-Grid-Anlagen zur Wiederverwendung beim Abnehmer und zur Verteilung des Wasserstoffes an ausgewählten Tankstellen" vor. Die unabdingbare Voraussetzung für die Umsetzung dieser Strategie sind jedoch kundengerechte H2-Dienstleistungen, die einen Absatz von Wasserstoff generieren können. Hierzu müssen entsprechende mengen- und flächenmäßige Absatz-Prozesse in Gang gesetzt werden. In den letzten Monaten konnte im Sinne der Dynamisierung dieser Prozesse und mit Hilfe des EU Projektes HyFIVE (Hydrogen for Innovative Vehicles)  die weltweit ersten H2-Serienautos (Hyundai ix35 FCEV) und die weltweit erste serienmäßig hergestellte H2-Selbstbedienungstankstelle (Fa. Linde Wien) für den Individualverkehr im Zentralraum Innsbruck in Betrieb genommen werden. Mit dem Vertriebsziel von weiteren 35 Hyundai ix35 FCEV im nächsten Jahr wurde in Tirol ein „H2-Auto-Rollout“ mit zentraleuropäischer Dimension in Gang gesetzt. Der nächste in Tirol in Gang zu setzende Prozesse wird die Einführung der ebenfalls schon zur Serienreife heran gewachsenen H2-Busmobilität als Beitrag fur CO2 freien öffentlichen Verkehr in den Tiroler (Tourismus-) Tälern sein.  Damit soll die H2-Technologie auch die erwünschte flächenmäßige Ausbreitung bekommen. In naher Zukunft soll daher in einem der logistisch zentralen Knotenpunkte ein Leuchtturmprojekt mit einer Wasserstofferzeugungs-, Speicherungs- und Betankungsanlage samt Busflotte in Angriff genommen werden. Mit diesem soll ein Vorstellungsmodell generiert werden, wie bis zum Jahr 2050 die CO2-freie Mobilität in allen Tiroler Tälern (dort wo kein Zug und keine Tram hin kommt) aussehen könnte. Die Kontaktaufnahme und Evaluierung von Unternehmern und Investoren, welche auch für den Aufbau der Begleitinfrastruktur in Frage kommen, wurde bereits in Gang gesetzt. Die Herausforderung dabei ist, dass mit dem Einkauf der ersten Serienprodukte jedoch noch immer sehr hohe Investitionskosten verbunden sind, die zu erheblichen Fehlbeträgen in den Geschäftsplänen führen werden. Diese müssen daher in der ersten Technologieeinführungsphase noch durch Zuschüsse von EU, Bund und Land abgedeckt werden. Dafür wird es aber notwendig sein, dass es auch zu einer teilweisen Umstellung der bestehenden Fördermechanismen vom „Gießkannenprinzip“ auf konkrete „geschäftsplanbezogen Umsetzungsprojekte“ kommt. In der Gesamtbetrachtung sind die Kosten für die H2-Einführung in Relation zur Wirkung auf den Umbau des Tiroler Energiesystems zu sehen. Derzeit müssen in Tirol rund 2 Mrd. EUR pro Jahr für den Zukauf von Öl, Kohle und Gas aufgebracht werden. Diese Finanzmittel können in Zukunft sozusagen als „Spielkapital“ für die Einführung von H2-Technologien, welche die bessere Verwertung der eigenen Ressourcen ermöglichen, gesehen werden. Mit Hilfe der rasch in weiteren Anwendungsgebieten zunehmend zur Serienreife heran wachsenden H2-Technologien besteht nun erstmals auch eine reale Chance den Prozess des Wertschöpfungsablusses aus Tirol durch Energieimporte Schritt für Schritt zugunsten der heimischen Wirtschafts- und Arbeitsplatzprozesse umzulenken.

Mit dem von fen-systems betriebenen H2-Einführungsprozess haben sich in den letzten Monaten auch sehr erfolgsversprechende Systempartnerschaften mit HYUDAI, OMV, FRONIUS, SWARCO, MPREIS und zahlreichen Forschungsinstitutionen ergeben, welche den Technologie- und den Markenwettbewerb in Zentraleuropa unterstützen und ermöglichen. In der Implementierung von Systemen kommt es auf die Entwicklung von Prozessen und nicht auf absolute Zahlen an. Deshalb werden im Rahmen des Tiroler Energiestrategieprogrammes die Systemfunktionen wie Fahrzeuganmeldungen, Entwicklungpfade der Elektrofahrzeuge und des Treibstoffabsatzes beobachtet. Der Finger wird auf das Beziehungsfeld Bedarfsträger (Absatzmarkt) und Bedarfsdecker (Unternehmermarkt) gelegt. Ziel ist es den Kreislauf zwischen diesen beiden Systemen zu dynamisieren. Mehr Absatz an H2 Technologien vergrößert im selben Ausmaß auch den durch eigene Ressourcen abdeckbaren H2-Bedarf. Erst wenn diese anwendungsbezogene H2-Absatzspirale in Gang gesetzt ist macht es Sinn, den Wasserstoff aus den eigenen Ressourcen an Ort und Stelle zu erzeugen. "Wenn dieses System der regionalen Kreislaufwirtshaft in einem Mikrosystem funktioniert, wird es auch in jedem Makrosystem funktionieren" kommentiert der Vortragende Dr. Ernst Fleischhacker den Anspruch der Europaregion Tirol/Südtirol/Trentino auf die Systemführerschaft der Wasserstoffeinführung in Zentraleuropa, welchen er mit den Bildern über den Tiroler Projektentwicklungsverlauf des letzten Jahres belegt.
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