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Strategie für Saubere Mobilität und Lebensqualität in Tirol

Gemeinsames Ziel von Politik und Wirtschaft: Tirol 2050 - energieautonom

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Saubere Mobilität und Lebensqualität durch Technologie, Elektroautos und Umstieg auf Öffis
Mit dem Energie- und Umweltprogramm „Tirol 2050 – energieautonom“ hat es sich die Tiroler Landesregierung zum Ziel gesetzt, den Energiebedarf massiv zu senken und fossile Energieträger durch saubere Energie aus heimischer Erzeugung zu ersetzen. „Wir können dieses Ziel gerade im Mobilitätsbereich nur gemeinsam mit innovativen Unternehmen erreichen. Die Wirtschaft ist ein unverzichtbarer Partner, sie entwickelt und bringt Technologien zur Marktreife, die die Energiewende erst ermöglichen“, sagt LHStv Josef Geisler. LHStvin  Ingrid Felipe freut sich über „ein immer dichteres Öffi-Netz, über eine steigende Anzahl von StammkundInnen im öffentlichen Verkehr und über die sinkende Luftbelastung in Tirol“.
Ein Beispiel für die wichtigen Initiativen von heimischen Unternehmen ist das in Tirol ansässige Verkehrstechnologieunternehmen SWARCO. Schon seit dem Jahr 2000 gehört SWARCO weltweit zu den treibenden Kräften bei der Umstellung auf energieeffiziente LED-Signal- und Beleuchtungstechnik. Bis zu 70 Prozent weniger Energieverbrauch dank LED-Straßenleuchten und gut 90 Prozent Energieersparnis beim Ampelbetrieb schonen die kommunalen Budgets und entlasten die Umwelt. „Mit unseren adaptiven Verkehrssteuerungssystemen, die mit Sensoren ständig das aktuelle Verkehrsaufkommen erfassen und flexibel Strategien zur Grünen Welle an den Kreuzungen schalten, verkürzen wir Reisezeiten in Großstädten um 20 Prozent und reduzieren CO2-Emissionen um viele Tausend Tonnen, da der Verkehr besser fließt“, weiß SWARCO Eigentümer Manfred Swarovski.
Riesige Wechseltextanzeigen auf deutschen Autobahnen mit teils über 60.000 LEDs verbrauchen heute nur noch halb so viel Strom wie ein Haarfön oder Staubsauger. In Großbritannien hat das Unternehmen inzwischen 40 Prozent Marktanteil an der Ladeinfrastruktur für Elektroautos. „Verkehrssicherheit, Umweltschonung und Komfort sind Kernaspekte unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit, um den Mobilitätsherausforderungen des 21. Jahrhunderts zu begegnen“, so Manfred Swarovski.

Umstellung auf Elektromobilität
Mehr als 40 Prozent des gesamten Energiebedarfs in Tirol entfallen auf die Mobilität. „Wollen wir unser Ziel der Energieautonomie erreichen, müssen wir das Mobilitätssystem in den kommenden 35 Jahren auf Elektromobilität umstellen“, erklärt Energiereferent Geisler. Im Raumwärmebereich sei die Energiewende bereits voll im Gange, im Mobilitätsbereich stehe man am Anfang, wenngleich sich die Anzahl der neu zugelassenen Batteriefahrzeuge jährlich verdoppelt.
Derzeit sind in Tirol rund 1.300 Elektrofahrzeuge, die an 70 Tankstellen aufgeladen werden können, und sieben Wasserstoffautos – eines davon der Firma SWARCO – unterwegs. Das Land Tirol unterstützt die Anmietung von vier Wasserstoffautos aus dem HyFIVE Projekt. Ein Wasserstoffauto kann um 40 Euro pro Tag für Probefahrten  gemietet werden. Sieben der insgesamt acht Wasserstoffautos in Österreich fahren vorwiegend in Tirol.

Voraussetzungen für CO2-freie Mobilität schaffen
Dass es noch etwas dauern wird, bis Wasserstoff- und Elektroautos Benzin- und Dieselfahrzeuge auf Tirols Straßen ablösen, ist auch LHStv Geisler klar: „Jetzt geht es darum, dass sich Tirol eine gute Startposition sichert und die Voraussetzungen für eine saubere und CO2-freie Mobilität auf der Straße schafft.“ Tirol tut das mit seiner Wasserstoffstrategie etwa durch die Unterstützung des Technologiewettbewerbs.

Vom Hausdach auf die Straße
Wer Elektromobilität sagt, muss auch Ja zu sauberem Strom sagen. Deshalb baut Tirol nicht nur die Wasserkraft aus, sondern hat auch die Grundlagen für die Nutzung der Sonnenenergie geschaffen. „Der am Hausdach erzeugte Strom soll künftig neben der Wasserkraft die Mobilität auf der Straße sichern. Rein rechnerisch ist das in Tirol durchaus möglich“, so Geisler. Inwieweit die Speicherung von Sonnenenergie unterstützt werden kann, wird derzeit geprüft.
Keine Zukunftsmusik,  sondern in den meisten Tiroler Gemeinden bereits Realität ist eine energieeffiziente Straßenbeleuchtung. „In den vergangenen fünf Jahren haben wir die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Standard gefördert. Fast ein Drittel aller Tiroler Gemeinden hat diese Förderung mit einem Gesamtvolumen von zwei Millionen Euro in Anspruch genommen, umgerüstet und damit bis zu 60 Prozent Energie gespart“, zieht LHStv Geisler Bilanz über einen kleinen Baustein zur Senkung des Energiebedarfs im Verkehrsbereich.

Der Umbau des Mobilitätssystems hat bereits begonnen
Ungebremst ausgebaut wird das Öffi-Angebot in Tirol. „Allein von 2014 auf 2015 konnten wir die Kilometerleistung im öffentlichen Nahverkehr um fast 300.000 Kilometer steigern. Seit 2011 wurde der öffentliche Nahverkehr um fünf Prozent auf über 43 Millionen Jahreskilometer ausgebaut“, rechnet Mobilitätsreferentin vor. Jeder/jede achte TirolerIn ist StammkundIn im öffentlichen Verkehr. Die Verkaufszahlen für das SeniorInnenticket sind im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent gestiegen, die Anzahl der Studierendentickets hat sich verdoppelt. Um neun Prozent gestiegen ist der Absatz von regulären Jahreskarten. Insgesamt gibt es 90.000 Zeitkarten-BesitzerInnen.
Geringere Geschwindigkeit weniger Treibstoffverbrauch
Einen Beitrag zur Reduktion des Treibstoffverbrauchs und damit des Energiebedarfs auf der Straße leistet der Luft-Hunderter. Auf den Autobahnabschnitten in Tirol, in denen Tempo 100 gilt, werden jährlich rund 1,3 Milliarden Pkw-Kilometer zurückgelegt.  „Durch die geringere Geschwindigkeit werden um rund 6,5 Millionen Liter weniger Treibstoff verbraucht und 16.000 Tonnen CO2 eingespart“, erklärt Felipe. Die AutofahrerInnen ersparen sich zudem rund 7,5 Millionen Euro an Treibstoffkosten pro Jahr.
Laut Mobilitätserhebung des Landes Tirol 2011 werden 56 Prozent aller Werktagswege mit dem Pkw zurückgelegt, zehn Prozent entfallen auf den öffentlichen Verkehr und  elf Prozent auf das Rad. Mehr als ein Fünftel aller Wege wird zu Fuß zurückgelegt. „Das Ziel, den Anteil des öffentlichen Nahverkehrs um drei Prozent zu erhöhen, werden wir schaffen. Ganz im Sinne von ‚Tirol 2050-energieautonom‘ nehmen wir jetzt auch die Umrüstung von Dieselbussen auf Elektrobusse in Angriff“, kündigt Ingrid Felipe an.

80 Prozent Energieeinsparung in der Mobilität
„Um die Energieautonomie zu erreichen, müssen wir in den kommenden 35 Jahren alle Mobilitätsdienstleistungsbedürfnisse mit einem Fünftel des heutigen Energieeinsatzes bewältigen“, erläutert Strategieberater Ernst Fleischhacker die Zielvorgabe. Einige positive Trends gibt es schon: Die Anzahl der Neuzulassungen von Fahrzeugen stagniert, der Absatz von Benzin und Diesel nimmt leicht ab, die Zahl der Elektrofahrzeuge nimmt stetig zu. Mit der herkömmlichen Fahrzeugtechnik ist der Umbau des Mobilitätssystems aber nicht zu schaffen, ist Fleischhacker überzeugt. Umso wichtiger seien die Pionierarbeit und die Unterstützung des Technologiewettbewerbs, aber auch die Kooperationen mit der Wirtschaft. Drei Viertel des Energiebedarfs in der Mobilität entfallen auf die Wirtschaftsmobilität, ein Viertel auf Privat-Pkw.

Persönlicher Beitrag zur Dynamisierung der Wasserstoffeinführung
"Die FEN Sustain Systems GmbH hat bei Hyundai als erstes österreichisches Unternehmen ein Wasserstoffauto mit der Möglichkeit des Umsatzsteuerabzuges und mit Sachbezugsbefreiung bestellt. Damit  nutzen wir beispielgebend für viele weitere  Unternehmen den Vorteil der eigenen Pionierarbeit und leisten auch einen wesentlichen Beitrag zur weiteren Dynamisierung der Wasserstoffeinführung in Tirol und Zentraleuropa " sagt Ernst Fleischhacker abschließend.

(Quelle: Landespressedienst, FEN Sustain Systems GmbH)

Quelle: Dolomiten 17.8.2015
Quelle: Bezirksbätter
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